ca. 600 Seiten Bedienungsanleitung als pdf - hoher Zeitaufwand und Verständnisprobleme

Interaktiv aufbereitete Lerninhalte holen junge Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ab und erhöhen die Lernmotivation erheblich.

Die Basis der digitalen Transformation – Content

 

Maintenance, Repair, Operations (MRO) von Werkzeugmaschinen und Anlagen erfordern ein hohes Maß an Know-how in unterschiedlichen Disziplinen: Prozess, Mechanik, Pneumatik, Hydraulik, Elektrik, Elektronik, Software und weitere. Komplexität und Vielschichtigkeit der MRO-Anforderungen fordern auch qualifizierten Mitarbeitern viel ab, vor allem dann, wenn dringend benötigte Informationen nicht am Einsatzort verfügbar sind. Das gilt übrigens auch für Aus- und Weiterbildungen sowie Schulungen.

 

Laut einer Studie der IT-Beratungsgesellschaft Q_PERIOR verliert die deutsche Industrie jährlich bis zu 23 Millionen Arbeitstage auf der Suche von Informationen. Zum einen weil viele Informationen noch nicht digital verfügbar sind, zum anderen weil sie direkt am Arbeitsplatz nicht abgerufen werden können. Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort in geeigneter Form bereitzustellen, das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für fehler- und stressfreies arbeiten. Ob und wie die Informationen am Arbeitsplatz bereit gestellt werden hängt wesentlich vom Grad der Digitalisierung und der digitalen Infrastruktur eines Unternehmens ab. Daher lohnt ein genauer Blick auf den aktuellen Stand der Digitalisierung vor allem im Mittelstand. Unserer Meinung nach dominieren in vielen aktuellen Veröffentlichungen rund um Industrie 4.0 zu viel Zukunftsszenarien, die an der Wirklichkeit von Unternehmen vorbeigehen.

 

Für eine an der aktuellen Praxis orientierten Umsetzung der Digitalisierung  sollte das Thema Industrie 4.0 daher in Greenfield-Projekte und Brownfield-Anlagen unterteilt werden. Als Greenfield-Projekte werden neue, in einem digitalen Idealzustand, „auf der grünen Wiese“ errichtete Fabriken beschrieben. Diese Smart(en)-Factories stehen als „reine Idee“ für eine digitalisierte und total vernetzte Produktion im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sind aber oft noch ein Thema der Zukunft. Brownfield-Anlagen hingegen repräsentieren zu circa 90 % die heutige Realität in einem historisch gewachsenen, heterogenen Umfeld. Wie können diese von der Digitalisierung profitieren und welche Aufgaben gilt es zu bewältigen? Und genau an diesem Punkt rücken Daten, Informationen, Anleitungen, Prozesse und Schnittstellen im Mittelpunkt.

 

Brownfield-Anlagen sind aus Datensicht „Mischehen“ – Zustandsbeschreibungen, Prozesse und die Organisation von Mensch-Maschine Interaktionen liegen in einem Mix aus unterschiedlichen Inhalten, Formen und Formaten aus analogen, teil digitalen (z.B. Druckwerke als pdf) und digitalen Daten vor. Dieser Mix bestimmt wesentlich den Aufwand der Digitalisierung und damit die Frage ob und in welchem Umfang sich der Weg zum nächsten oft zitierten „next big thing“ lohnt: die total vernetzte, Daten getriebene Produktion. Als weitere Frage sollte geklärt werden, ob und wie eine digitale Transformation neue Geschäftsmodelle ermöglicht, die für zufriedenere Kunden und Mitarbeiter sowie für mehr Wertschöpfung sorgt.

 

Die wichtigste Voraussetzung für die digitale Transformation einer bestehenden in eine 4.0-Umgebung ist die vollständige Digitalisierung aller analogen Bestandteile, Prozesse und Zustände. Dazu gehören auch historische Unterlagen, die in der Regel in Papierform vorliegen. Ohne eine sorgfältige Analyse des Daten Status Quo sind validierbare Aussagen zu Umfang, Investitionen und Chancen einer Digitalisierung nicht zu treffen. Das klingt durchaus frustrierend, zumal Unternehmer eindeutige – vielleicht auch einfache - Lösungen erwarten. Die kann es vor dem Hintergrund von in Jahrzehnten gewachsenen Strukturen und der daraus entstandenen Komplexität nicht geben. Daher mutet es unrealistisch an, Unternehmen in „einem Rutsch“ in eine Industrie 4.0 Zukunft zu überführen. Als besonders problematisch erweist sich in diesem Kontext, dass alle bisherigen Lücken oder Fehler im Prozesswissen oder anderen Bereichen ohne vorherige Prüfung und Behebung in die neuen, digitalen Prozesse mit übernommen und dort festgeschrieben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesem Aufwand stehen allerdings enorme Vorteile gegenüber. Von der Digitalisierung profitieren grade ältere Maschinen und Anlagen. Sie müssen nicht nur häufiger gewartet und repariert werden, auch steht es um die Verfügbarkeit von entsprechenden Spezialisten nicht immer zum Besten. Als Ausweg aus dieser Situation bietet sich die digitale Aufrüstung von Maschinen, Anlagen und Prozessen an, die einerseits eine problemlos nutzbare Vernetzung ermöglicht und andererseits über AR / MR-Assistenzsysteme (Augmented / Mixed Reality) die Ausführung von MRO-Prozessen deutlich vereinfacht und effizienter gestaltet.

 

kutscher.TEC favorisiert daher den Start in die digitale Transformation im MRO-Bereich, da er Mitarbeiter und Kunden von Anfang an mit einbezieht und schnelle wie nachhaltige Erfolge garantiert. Erleben Mitarbeiter und Kunden, wie problemlos und präzise Reparaturen im Zusammenspiel mit digitalen Assistenzsystemen ausgeführt werden, und wie positiv sich weitere Prozesse dadurch ändern, gehen sie nachfolgende Schritte motivierter und engagierter mit. Ein solches Vorgehen zeigt, dass Digitalisierung nicht den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten muss, sondern eine deutliche Verbesserung der Arbeit und damit die nachhaltige Zukunftssicherung des Unternehmens. Dennoch sollten Mitarbeiterängste, von einem digitalen Prozess ersetzt zu werden, nicht unterschätzt werden. Schließlich sind Ängste nicht nur mit rationalen Argumenten wie mehr Effizienz und mehr Kundenzufriedenheit von der Hand zu weisen. Nur erlebbare Vorteile brechen Blockaden auf und motivieren Mitarbeiter Innovationen mitzugestalten.

 

Neben der Gestaltung von technischen Prozessen ist es unserer Ansicht nach daher enorm wichtig, für jedes Unternehmen ein positives Narrativ für den digitalen Wandel zu formulieren. Dank unserer weitreichenden Erfahrung und Systematik im Bereich Storytelling und Change Management können wir Unternehmen dabei optimale Unterstützung bieten. Darüber hinaus setzt digitale Transformation von Informationen, Anleitungen und Daten in Content Ingenieurwissen ebenso voraus wie Kompetenzen in Fachdidaktik, technische Redaktion, digitale Transformation und Produktion von Inhalten in Text, Bild, Illustration und Film. Das Können, Content in einfach zu nutzende User Interfaces zu portieren und 24/7 nutzbar zu machen rundet das Anforderungsprofil ab. Konzeption und Umsetzung dieses Spektrums ähneln in der Methodik klassischen Engineering Verfahren. Das gab den Anstoß, diese Prozesse als Content Engineering zu bezeichnen und damit das Fundament für einen erfolgreichen digitalen Transfer zu bauen.

 

Transfer von alten Zeichnungen in einen digitalen Datensatz. Der rechte Monitor zeigt einen hoch aufgelösten Scan der alten
Zeichnung, die linke die neue digitale und interaktive Zeichnung.